Raus aus Kiel!

… und ziemlich schnell verwandelte sich das scheisse in Druck. Ich spürte wie er nach oben kam und am Abend war ich soweit, ich will hier weg!

Zwar war die Ankunft sehr schön, denn die, die über die Jahre geblieben waren, empfingen mich sehr freundlich. Zwei Minuten nach Anlegen, sass ich bei Nina (SY Nina) an Bord und genoss bei einem Plausch ein Kaltgetränk, sieben Minuten später traf ich Stefan vom TSK (Trinken, Saufen & Krakelen Verein) … ne ich glaub es heisst Tourenskipper Kiel … aber wen interessiert das schon ; -) Hielt dort auch einen Plausch, traf Dirk (vom TSK) und die Frau von Stefan umarmte mich sogar zur Begrüssung! Der anschliessende Gang über die Kieler Woche gab mir dann aber den Rest … ich war alleine hier, hatte nix mehr mit Krach und den vielen Leuten zu tun, und ausserdem roch es überall nach den Buden, nach Menschen … es war für mich nicht schön.

Und zurück an Bord wartete ich nur auf den Moment um das Olaf zu sagen, der nahm das aber entspannt und so schlief ich bei viel Lärm – im Boot konnte man das relativ gut mit geschlossenen Luken ertragen – aber es war durchgehend bis nach 4 Uhr in der Früh Lärm! Dann wurde es ein paar Stunden ruhiger und in denen legte ich dann ab ; -) … gen Lyø, so hatte ich mir das zumindest gedacht.

Unterwegs stand dann aber aus dieser Richtung unangenehme Welle so dass ich nach Bagenkopp abdrehte und entspannt meine 20kn abjuckelte, so dauerte es kaum über eine Stunde bevor ich dort einlief und endlich Ruhe verspürte. 10 Tage Kiel hätte ich nicht mit guter Laune durchgehalten. Hier merkte ich sofort, wie sie zurückkam. Und als ich später am Weststrand (Kiesel) auf Langeland bei meinem Spaziergang nackt ins Wasser sprang wusste ich, das ich mal wieder alles richtig gemacht hatte … es war heiss, die Luft war schön, das Wasser kühl und kein Mensch weit und breit : -)

So verbrachte ich noch schöne Stunden an und ums Boot. Natürlich hatte ich für zwei Nächte bezahlt und so war ich maximal entspannt. Ausser mein grosser Zeh machte mir ab und zu noch sorgen, man sah das sich der Fussnagel bald lösen würde, was er nach einem zweitem Bad dann auch tat: Ich fixierte Ihn aber wieder … wenn auch erst sehr provisorisch, mit Tape ; -) aber ich brauchte ein paar Stunden bis ich Pflaster aus dem nahegelegenem Bruxen (Supermarkt) bekam. Ich wusste ja nicht wirklich wie es darunter aussah, drum dachte ich – Nagel drauf behalten ist nicht die schlechteste Wahl.

Am nächsten Tag löste sich der Nagel aber komplett und ich sah, das sich schon ein neuer Nagel bildete – also verflog alle Nervosität sofort und ich genoss den neuen, dünnen Nagel und den grossen Zeh! Ich gab ihm viel Luft und so gewöhnte er sich schnell an das neue Leben : -)

Tagsüber machte ich dann einen langen Spaziergang zur Südspitze von Langeland. Total schön an der Steilküste entlang und am Ende durch ein Kiefernwäldchen. Insgesamt am Ende über 10km und meine Tagesration an kcal war damit getätigt und ich konnte den Rest des Tages an Bord rumgammeln …. tatsächlich entdeckte ich wieder das Lesen für mich und so fand ich mich viel im Cockpit beim Lesen von Terry Pratched : -)

Dann aber kam der Tag, an dem es weiter ging … nach Marstal. Nicht weit, aber bekannt, sehr schön und ich war Ewigkeiten nicht mehr dort. Das einzige was mich etwas nervös machte, war das es dort nur Boxen zum Anlegen gibt, oder fast nur Boxen und Boxen mag ich seit Motorboot nicht mehr wirklich ; -) Aber was solls, auch daran muss man sich wieder gewöhnen … also Motor an, abgelegt und ziemlich schnell auf 20kn und drüben in Marstal. Keine kleine Welle, eine perfekte Überfahrt!

Dort fuhr ich sehr langsam in den Hafen, erstmal mag ich es nicht so schnell und zweitens gab es ne Menge zu gucken, doch beim Boxen aussuchen geht es ziemlich schnell zu – nicht so wie manch anderer, der Stunden nach ner Box sucht, obwohl er schon an vielen, passenden vorbei gefahren ist – Box gesehen und rein. Etwas schräg, wegen des Windes und wegen der paar Minuten die ich am Heck benötige um die Leinen über die Poller zu werfen. Dann mit dem Bugstrahlruder nachjustieren, leine Übergeben und dann wieder zurück ans Heck um die Leinen auf länge zu bringen. Ich habe mir mit dem neuen Boot angewöhnt die Heckleinen erst nach übergeben der Vorderleinen auf länge zu bringen, ansonsten laufe ich viel von Vorn nach Hinten ; -) weil sie immer noch zu kurz sind ; -) und das Aufstoppen mit der B3RIKK geht schon ganz vernünftig.

Ich landete an einem Schwimmsteg! Auch wenn ich das zuvor gelesen hatte (das es zwei Schwimmstege neu in Marstal gibt) viel mir das ganze erst nach ein paar Tagen bewusst auf. Ich sah nur das der Steg tief war und ging nach hinten und holte meine Bugleiter und brachte sie dort an, wo sie hingehört – nämlich am Bug ; -)

So ging das Auf- und Absteigen bequem, und wie geschrieben merkte ich bewusst noch nicht mal das der Steg so tief ist … war alles super und ich erfreute mich daran das Fahrrad von Bord zu tragen … das ging ganz alleine und ich konnte es vom Bug aus ganz bequem auf dem Steg abstellen.

Ich erlebte Midsømmer in Dänemark und verbrachte ich am Ende gut 20 Tage in Marstal, mir fiel irgendwann der Schwimmsteg auf, ich fand eine tolle Fahrradtour rund Aero, es gab immer etwas im Hafen zu gucken und durch den Netto in Aeroeskoebing und den Bruxen in Marstal war auch die Versorgung gesichert. Es war einfach schön dort! Und das wurde ich mir auch bewusst!

Ich genoss das Leben und ggf auch die Arbeit zwischendurch …

Schon in Bagenkopp meldete sich Nina (von Sven) irgendwann und fragte ob ich Ihr bei ner Routenplanung nach Kerteminde mit dem Rad helfen kann – ne, ich glaub das war früher , aber ist ja auch egal ; -) Ich sagte ihr das ich schon lange Jahren keine Planung mehr vornehme, sondern alles Komoot (ne Software auf dem Handy) überlasse und so schrieben wir noch ein paar mal hin und her aber die Route war wohl ok, sie würde es auch mit Komoot machen – das Thema welches ich anschreiben will, ist das Nina dann am 10.7.2026 in Kerteminde mit dem Fahrrad ankommt! Und ich natürlich meine Zusage gab das ich auch dort sein werde!

Die letzten Tage in Martstal kam richtig Wind auf und sicher hätte die B3RIKK die Überfahrt auch ein paar Tage früher geschafft, aber ich wartete entspannt bis Freitag und fuhr die 43sm dann an einem Stück! Ja das ist nicht viel mit dem Motorboot, aber überlegen wir mal mit dem Segelboot – wie lange hätte das gedauert? Wahrscheinlich so 9-11 Stunden. Und ich juckelte das in gut zwei Stunden ab und kam am ende genau dann an, wie ich es mir gedacht hatte. Und das obwohl ich manches mal Rücksicht auf andere nahm ; -)

Nina begrüsste mich dann schon auf dem Steg als ich zum Bezahlen gehen wollte. ich war etwas verwirrt, denn in den ersten Sekunden nahm ich sie als eine Dänin war und erkannte sie beim ersten Blick gar nicht : -( Aber wir kamen schnell zu einander und verbrachten dann einen ruhigen, gemeinsamen Nachmittag in Kerteminde.

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